Erika Mann

zu den Filteroptionen
Erika Mann
Erika Mann in den 1960er Jahren mit zwei ihrer Leidenschaften,
Autos und Zigaretten.
Ein kühnes, herrliches Kind.
Thomas Mann
Die Eri muss die Suppe salzen.
Geflügeltes Wort innerhalb der Familie Mann
Wie ich leben soll, weiß ich noch nicht, weiß nur, daß ich muß.
Erika Mann nach Klaus’ Tod, 1949
Es ist ja nicht zu leugnen, dass sie, von Natur aus dominierend und eifersüchtig, des Vaters geistiges Erbe zum Zentrum ihres Lebens gemacht hat.
Katia Mann, Januar 1961


Dominierend, hilfsbereit, entschlossen, humorvoll

Erika Mann wurde am 9. November 1905 als erstes Kind von Thomas und Katia Mann geboren. Ihr Vater gab einmal zu, dass er (neben Klaus und Elisabeth) Erika gegenüber den anderen Kindern „mit seltsamer Entschiedenheit“ bevorzuge. Entschiedenheit, das ist auch das Merkmal, das seine Tochter Erika selbst ihr Leben lang maßgeblich prägte. Private sowie berufliche Projekte verfolgte sie gleichermaßen energisch und zielstrebig, weshalb ihr der Ruf zukam, streitsüchtig und dominierend zu sein.
Erika Manns journalistisches und literarisches Werk sowie ihre Briefe reflektieren einerseits ihren selbständigen, entschlossenen und unbeirrbaren Charakter wider. Andererseits eröffnen diese Zeugnisse auch den Blick auf eine oft ausgeblendete Seite Erika Manns: nämlich auf ihre lebensfrohe, stets hilfsbereite, offene und einfühlsame Persönlichkeit, die mit einem fein nuancierten Humor überrascht und sich engagiert für demokratische Freiheit einsetzte.
Diese Vielseitigkeit Erika Manns übertrug sich auch auf ihre Arbeit als Schriftstellerin und Journalistin: Während des Zweiten Weltkriegs war sie als Kriegsberichterstatterin mit Streitkräften der US-Army unterwegs, sie verfasste mehrere erfolgreiche Kinderbücher, Theaterstücke, politisch motivierte Kabarettstücke und politische Lehrbücher.
Privat konzentrierte sich Erika Mann mehr und mehr auf ihre Familie. Sie machte sich bewusst als Dreh- und Angelpunkt der Familie unentbehrlich und managte selbstbewusst das „Großunternehmen Thomas Mann“.

Katja Lintz