Zu Rachel Salamander
„Die Literaturhandlung war die Rekonstruktion dessen, was der Vernichtung vorausging. Das wurde zu meiner Lebensaufgabe. Alles, was sich in Schrift und Wort vom jüdischen Geist und Leben erhalten hatte, wollte ich zusammentragen. Ich habe versucht, alle, die vertrieben und ermordet wurden, wieder einzubürgern und dem Jüdischen in Deutschland eine Präsenz zu geben.“ Rachel Salamander, 2012
Rachel Salamander gründete 1982 die erste Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum im Nachkriegsdeutschland. Daraus entstand ein überregionales Netzwerk aus Buchhandlungen, Veranstaltungsorten und Kooperationen, das durch ihre Präsenz in den Printmedien sowie als Gesprächspartnerin in Fernsehen und Radio weiter verstärkt wurde.
Vor allem durch ihre aktive publizistische Tätigkeit als Herausgeberin der „Literarischen Welt“ sowie als Beraterin für Verleger*innen und Lektor*innen prägte sie Verlagsprogramme entscheidend mit. Als gefragte Rednerin und Moderatorin bei Tagungen und Kongressen gestaltete sie das öffentliche Bewusstsein für jüdische Perspektiven und Debatten über Jahrzehnte maßgeblich.
Über 1000 Veranstaltungen mit Autor*innen und Denker*innen machten das Programm der Literaturhandlung einzigartig und prägten die literarische Szene über Jahrzehnte hinweg. Im Jahr 2022 übergab Rachel Salamander ihr umfangreiches und lebendiges Archiv als Schenkung an die Stadt München.
Mitschnitte von Veranstaltungen in der Literaturhandlung finden Sie hier:
Audiodateien
In unserem Online-Magazin MonMag finden Sie weitere Informationen zu Rachel Salamander und der Literaturhandlung.
Die Erschließung und Digitalisierung des Bestandes sowie die Sonderausstellung Archiv Rachel Salamander wurden gefördert von der Alfred Landecker Foundation.
Kontakt
Monacensia Literaturarchiv
E-Mail: monacensia.literaturarchiv@muenchen.de
Tel.: +49 89 233 77 2469