In der Morgenfrühe des 19. August durchschreite ich die zerrissenen Drahthindernisse und steige über die zerfetzten Wälle empor, von /
denen ich am Regenabend des 17. die Flammensträuße unserer Mörsergranate aufblühen sah. In einem Kartoffelfelde /
sitzen und liegen die 700 Russen, die von den Sachsen aus dem Fort XVI herausgeklopft wurden. Es lohnt sich noch nicht, /
sie abzuführen; die Sachsen sind sparsame Leute und wollen noch ein bisschen warten, bis die bescheidene Ziffer zu einer eindrucksvollen
Ziffer angewachsen ist. „Nee“, sagt einer von den dickbärtigen Landstürmern zu mir, ein Leipziger, „warum ooch /
Zeit verliern? Bis zum Abend, da haben mer se nach de viele Dausende. Da geht’s denn in einem /
hin.“ Der Sparsinn unserer Deutschen ist eine schöne und verheißungsvolle Eigenschaft.
 
Zwischen den Trümmerhaufen des Forts stehen die eroberten Geschütze und Maschinengewehre umher; in den Gewölben /
liegen noch große Mengen von Munition; eine Stelle der in Scherben gerissenen Betonmauer.