und zugleich eine dankbare Freude, vor dem Hintergrund dieser Erinnerungsbilder den Mann sehen zu dürfen, der diesen /
feindlichen Schrecken und alle mit ihm verbundenen Drohungen von uns abwehrte, seine Hände fassen und ihm ins Auge /
schauen zu dürfen. „Ich hatte zu tun, jetzt muss ich nachessen. Morgen sehen wir uns.“
 
Heimweg durch die stille Stadt.
 
2.Sept.
 
Um halb zehn Uhr morgens wurde ich abgeholt. Fahrt zur Eröffnung des Kriegerdenkmals auf der Seehöhe. /
Fahrt zu den Seen. Die alten Schützengräben. Die neue Arbeit zur Sicherung unseres Landes. „Notwendig“ /
ist das nicht mehr. Aber die Pflicht erfordert es.
 
Die Blutstätten des Landwehrbataillons Königsberg. Alle Offiziere /
gefallen, das ganze Battaillon aufgerieben bis auf wenige Mann. Sie hielten aus und standen; auf der /
Stätte, wo sie begraben wurden, hat sich das Denkmal ihres Mutes und ihrer Treue erhoben.
 
Schilderung des Bildes. Ringsum die schöne, von sinnendem Ernst durchflüsterte Landschaft. /
Die Aufstellung der Arbeitsbatterien. Ein bisschen Sonne, das Feldgrau bekommt einen goldenen Ton /
und leuchtet. Viele Zuschauer. In ihren Gesichtern keine Neugier, nur Würde und Ergriffenheit. /
Das Denkmal. Ein Steinobelisk mit einer (auf dem Sockel) als [recte aus] Sandstein herausgemeißelten /
Landsturmkappe über 2 gekreuzten Fahnen. Als Inschrift nur die beiden Worte: „Deutsches Heldengrab“. /
Umspannung mit weißem Birkenholz. Schmuck unfreundlich. Der große weite Grabhügel trägt in grüner Ziergärtnerei /
das Eiserne Kreuz und die Worte: [„]Mit Gott für Kaiser und Reich.“ Alles zwischen schlank aufgewachsenen Kiefern, /
durch die der Herbstwind mit leisem Geraschel hinweht. Und der Zaun ist rings bepflanzt mit jungen / Fichten.