und im Laufschritt drängen ihnen die Unseren entgegen. Noch etwas Kurzes, etwas Unbeschreibliches, etwas so Rasches, /
dass ihm die Augen nicht zu folgen vermögen – Handgemenge. Dann ist alles still und ruhig. Und in dieser /
Abendruhe das frohe Hurrageschrei der Unseren, ihr Schwatzen und Lachen. Der Sieg ist vollendet, /
Grodno ist unser.
 
Immer weiter und weiter rollt dieses jubelnde Stimmenrauschen in die früh von Dämmerung umsponnene /
Ferne hin. Und hinter uns das rote Glutgewoge der Brände, das alle Regenwolken in /
riesenhafte Rosen verwandelt. Der sinkende Abend wird zu einem deutschen Märchen, das umso tiefer und /
schöner wirkt, weil es leuchtende Wahrheit ist.
 
Die Schwarmreihen sammeln sich zu Gruppen, die Züge der Gefangenen werden gegen die Stadt geführt, /
und auf dem Heimweg brenne ich mir am glühenden Balkenstumpf eines niedergebrannten Hauses die /
Zigarette an.
 
Der ganze Himmel rötet sich vom Schein des immer weiter fressenden Feuers.
 
In der Stadt, deren Einwohnerzahl sich verdoppelt und verdreifacht zu haben scheint, begegne /
ich dem Gewimmel des nachrückenden Heerzuges. Der Regen rauscht und macht allen Lärm und /
alles Gerassel zu einer milden Sache. Bei der Njemenbrücke ein /
Gewirre von prächtigen fantastischen Licht- und Schattenbildern.
 
Und dann die frohen Abendstunden im Hauptquartier der 8. Armee, am Tisch an der Stabstafel des /
Generals von Scholtz, des Eroberers von Lomza, Ossowiez / und Grodno.
 
(Porträt des Generals von Scholtz)