’s ist eins der wunderlichsten Dinge,
Dass ich nun wieder Lieder singe,
Wenn auch mit etwas gröberem Hall
Als eine blinde (die berühmte) Nachtigall.
 
Ein Jahr und drüber ist vergangen,
Seit Herz und Nerven in mir klangen
Und jeder Tag, ob trüb, ob klar,
Ein strophenreiches Lied heißes Heimatslied gebar.
 
Des Alters glatt gewetzter Sessel
War meines Tags Leibs verwünschte Fessel –
Und fern im Feld, ein Männermeer,
Stand unsre Jugend, unser Heer!
und fern im Feld stand unser Heer,
Der deutschen Jugend Männermeer.
 
Es zog und zog mich zu den Brüdern
Und meine Sehnsucht ward zu Liedern.
Gut oder schlecht, klug oder dumm –
Ich litt und nahm’s wie Morphium.
(Mein Lied war mir wie Morphium)
 
Und dann geschah’s, ich durfte kommen,
Ward als Soldat wohl nicht genommen,
Doch Einer sprach: „Statt dass du klagst,
Komm, nütze, Bewähr dich, wie du es vermagst.
 
Rings um mich her das Weltgeschehen!
Ich hab’s erlebt, ich hab’s gesehen
Vor meinen Augen, riesenhaft,
Stand deutsche Tat und deutsche Kraft.
 
Da rannen Ströme deutschen Blutes,
Da wuchsen Berge (Tempel) deutschen Mutes,
Ich war dabei und sprach und schrie –
– Ein Lied gesungen hab ich nie.
 
Doch jetzt, in meinem dunklen Stübel,
Befällt mich neu das alte Übel,
Und wieder ist es, wie es war:
Im Käfig singt ein blinder Star.
 
A. W. Yalau [?]
Hamburg-Altona [Rest nicht lesbar]