Und einige Meter vor den beiden großen Dampfern liegt auf unter dem Pfeifen des Sturms /
etwas Feines, Schlankes und Zierliches auf dem ruhigen Hafenwasser – U 28! Meine /
deutschen Augen verschlingen dieses liebe Bild mit einem zärtlichen Blick. Der Unterschied zwischen dieser kleinen /
länglichen Stahlmaschine und den beiden großen Dampfern – es ist mit Worten nicht auszusprechen, /
wie dieser Unterschied auf mich wirkt! Ich glaube ein kluges, herziges, wunderbar dressiertes Mäuschen
zu sehen, das einem Rhinozeros den Hals abbiss, 2 Elefanten nach seinem Willen tanzen machte und jetzt in Behagen behaglich rastet /
und seine wohlverdiente Speckschwarte verzehrt!
 
– (Während ich diese Worte niederschreibe, marschiert unter meinem Fenster zu Brügge mit in /
klingendem Gleichschritt ein Bataillon Marinesoldaten vorüber. Sie singen [unleserlich] – genau so, /
wie unsere Feldgrauen in der Heimat singen und an der Front. Aber die Worte des Liedes verstehe ich nicht, /
auch die Weise ist mir fremd – und dennoch ist es der gleiche, aus heißem Leben kommende und /
heißes Leben erweckende Klang, dieses ist das gleiche, aufrichtende, das Blut und die Seele befeuernde deutsche Glaubenslied! /
So hallt es vorüber unter meinem Fenster, immer ferner tönt es, nun verklingt es /
auf dem Wege gegen die Küste hin und dennoch bleibt es doch in mir, wie etwas Großes Schönes und Starkes, /
und gleich den vielen deutschen Geschützen am Strand, die in der Ferne immer kleiner werden /
zu werden scheinen und in Wahrheit doch immer so groß bleiben, wie sie sind!) –
 
Ich bin auf dem Unterseeboot. Aber gar so klein, wie es von Weitem /
aussah, ist es nicht – misst 63 Meter in der Länge, eines von jener Klasse, die zu unserem /
Glück im Juni des vergangenen Jahres, unmittelbar vor Ausbruch des Kriegs, fertig wurde. Und 38 /
Mann Besatzung hat es. An die 30 sehe ich bei der Arbeit. Die scheuern und fegen, putzen und ölen,