die von den Russen abgebrannt wurde.
Regen, Regen und Regen. Überall träufelt‘s und plätschert‘s. Unter dem Schutzdach des Autos verwandelt sich mein /
Ledermantel in einen schweren Schwamm. Alle paar Augenblicke während der Heimfahrt gibt es ein Hindernis, einen /
Aufenthalt. Man bleibt dabei wie festgenagelt auf seinem Platze sitzen. Denn wo man sitzt, das ist das einzige /
noch trockene Plätzchen. Es wird dunkel, bis wir Grodno erreichen. Lange Züge von /
Feldgrauen, deren Mantelsäume in eine Traufe verwandelt sind, marschierenplätschernd singend an uns vorüber. /
Man muss erleben und fühlen, mit Worten kann man‘s nicht sagen, wie tief ergreifend das wirkt: dieses /
frohe deutsche Lied inallem aller Beschwer Mühsal des Kriegs. In Grodno /
müssen wir eine halbe Stunde lang warten, bis die Brücke von den rastlos ziehenden Kolonnen /
frei wird; eine Reihe von Autos sammelt sich hintereinander an. Endlich heißt es: „Brücke /
frei!“ Gott sei Dank, so sagen wir alle. Doch über der Brücke drüben kommt was /
Schreckliches: ein steiler Hang, den der Regen und die 100 Kolonnenräder in grundlosen /
Morast verwandelten. (Schilderung dieses lärmenden Bildes in der von den Lichtkegeln der Scheinwerfer /
durchschnittenen Nacht.) Die Wut löst sich immer wieder in Humor und Gelächter auf. Pferde werden vorgespannt, /
ein Auto ums andere wird durch den Dreck hinaufgeschleppt. Na, also, der Himmel
sei gepriesen, wieder die freie Straße. Nach einer kurzen Fahrt die gleiche Geschichte, wieder eine Notbrücke, /
wieder dieser bodenlose Sumpf, wieder stecken alle Autos bis über die Räder im Sumpf. Weil /
hier einer von den Fahrern die Geduld verliert und ein bisschen zu fluchen anfängt, sagt ein /
sächsischer Kolonnenfahrer: „Nur nee, seien Se doch ein bisschen gemietlich. Bis vorne /
steckt unsere verehrte Ex’lenz in der Soße und is och zufrieden.“ 2 Stunden
Ledermantel in einen schweren Schwamm. Alle paar Augenblicke während der Heimfahrt gibt es ein Hindernis, einen /
Aufenthalt. Man bleibt dabei wie festgenagelt auf seinem Platze sitzen. Denn wo man sitzt, das ist das einzige /
noch trockene Plätzchen. Es wird dunkel, bis wir Grodno erreichen. Lange Züge von /
Feldgrauen, deren Mantelsäume in eine Traufe verwandelt sind, marschieren
Man muss erleben und fühlen, mit Worten kann man‘s nicht sagen, wie tief ergreifend das wirkt: dieses /
frohe deutsche Lied in
müssen wir eine halbe Stunde lang warten, bis die Brücke von den rastlos ziehenden Kolonnen /
frei wird; eine Reihe von Autos sammelt sich hintereinander an. Endlich heißt es: „Brücke /
frei!“ Gott sei Dank, so sagen wir alle. Doch über der Brücke drüben kommt was /
Schreckliches: ein steiler Hang, den der Regen und die 100 Kolonnenräder in grundlosen /
Morast verwandelten. (Schilderung dieses lärmenden Bildes in der von den Lichtkegeln der Scheinwerfer /
durchschnittenen Nacht.) Die Wut löst sich immer wieder in Humor und Gelächter auf. Pferde werden vorgespannt, /
ein Auto ums andere wird durch den Dreck hinaufgeschleppt. Na, also, der Himmel
sei gepriesen, wieder die freie Straße. Nach einer kurzen Fahrt die gleiche Geschichte, wieder eine Notbrücke, /
wieder dieser bodenlose Sumpf, wieder stecken alle Autos bis über die Räder im Sumpf. Weil /
hier einer von den Fahrern die Geduld verliert und ein bisschen zu fluchen anfängt, sagt ein /
sächsischer Kolonnenfahrer: „Nur nee, seien Se doch ein bisschen gemietlich. Bis vorne /
steckt unsere verehrte Ex’lenz in der Soße und is och zufrieden.“ 2 Stunden