(Schilderung des Klosters. Die Kirche mit den silbernen Schindeln. Die Zimmer mit den unverschließbaren Türen.[)]
[in der Zeile darunter nochmals: unverschließbaren Türen]
 
einem zerlegenen Strohsack. Aber wenn man an allen Fäden seines äußeren Menschen vor Nässe /
trieft, dann ist der Gedanke an jedes Zimmer nur eine Köstlichkeit. Ankunft. Auf /
meinem Strohsack liegt schon jemand. (Heitere Schilderung.) Endlich, ein Strohsack ist /
erkämpft. Man steckt in trockener Wäsche, sitzt in Hemd und Unterhosen am Tisch, Hühnerfrikassee, /
Reisauflauf mit Himbeersoße, heißer Grog und immer wieder heißer Grog. Leben, wie bist du /
schön. Aber ich kann lang nicht einschlafen, immer muss ich an die Hunderttausende der Unseren /
denken, die draußen in dieser platschenden Finsternis stehen oder fahren oder reiten oder liegen, und keine trockene /
Wäsche haben, kein Hühnerfrikassee, keinen Reisauflauf und leider auch keinen heißen Grog. /
Nur ihre beharrliche Treue haben sie, ihr Pflichtgefühl und ihren unverwüstlichen deutschen Humor. /
So halten sie durch, bis wieder ein Tag mit warmer Sonne kommt. Man darf unsere feldgrauen /
Helden nicht nach Kreuzen und Ordensbändern zählen, nur nach der Gesamtziffer unseres Heeres.
 
5.Tag September.
 
Ruhetag und Arbeit im Kloster von Krasnostok.
 
6.September.
 
Regen, Regen, Regen; Übersiedlung des Hauptquartiers Scholtz nach Grodno.
 
Gegen Mittag hellt sich das Wetter ein wenig auf. Nachmittags Fahrt nach Augustow /
zur Parade der Badener Bataillone. Die unübersehbaren Waldflächen, die berühmt und berüchtigt gewordenen „Wälder /
hinter Augustow“, eins der schwierigsten Kampfgebiete Hindenburgs im vergangenen /
Herbste und nach der Winterschlacht. Immer leisteten die Russen in diesen undurchdringlichen Waldverstecken eine /
verzweifelte Gegenwehr. „Du musst es dreimal sagen!“ heißt es im Faust. Und Meister Hindenburg sagte: /
„Du musst sie dreimal schlagen.“ Bei der Fahrt durch die Wälder von Augustow überzeugt uns jeder Blick