von der Schwere, aber auch von der beharrlichen Kühnheit dieses deutschen Kampfes. Lieg 4 Stellungen der Russen, /
jede schwer verschanzt, jede mit dichten Drahthindernissen, liegen hintereinander. Und überall sieht man /
die Sappengänge und Deckungshügel der Unseren, sieht, wie sie sich durch den Waldboden zäh und entschlossen /
heranarbeiteten an den Feind. Gegen die Unseren kämpften nicht nur die russischen Gewehre und Geschütze, auch /
die russischen Brandstrategen. Sooft die Russen daran verzweifelten, sich noch halten zu können, warfen sie /
Feuer in den Wald. Große Waldstrecken brannten völlig nieder. In den mächtigen Hochwäldern /
wurde nur das niedere Gestrüpp und das Heidekraut weggesengt. Die hohen Kiefern verkohlten nur bis über /
die Hälfte der Stämme hinauf – und das ist ein ebenso wunderlicher wie melancholischer Anblick, /
diesen absterbenden Wald zu sehen, dessen Säulen schwarz wurden im Brand, und dessen Kronen /
noch grün blieben und jetzt zu verdorren beginnen. Neben diesen Trauerbildern der /
Natur wimmelt auf allen Waldstraßen das deutsche Kriegsleben hin und her, /
mit endlosen Kolonnenzügen, Marschgruppen und rasselnden Batterien. Wie an einer Chaussee /
die Kilometersteine blinken, so sind neben den Straßen in den Wäldern von Augustow /
die Hundertmeterstrecken bezeichnet durch niedergebrochene und verendete Pferde. Nach allem /
Graus dieses Anblicks bietet sich plötzlich ein wundervolles Naturbild: Ein großer See, /
den der Wind zu blauen Wellen schürt, drängt die Wälder breit auseinander und schiebt sie so /
weit zurück, dass die Farben ihres grünen Lebens und ihres braunen Todes ineinanderschwimmen zu /
einem einheitlichen Dunst von zarter Bläue.
 
Der Wald geht zu Ende, alle Felder und Wege sind bedeckt mit Soldatenzügen, /
und über die Obstbaumgärten ragen die schlanken Kirchtürme von Augustow