Spalier zusammen. Immer ist es mir eine Freude, das zu sehen und hören: wenn der Name des Mannes, /
den wir Deutsche noch heißer so glühend lieben, als wie ihn unsere Feinde fürchten, unter Hälsestrecken und Köpferecken /
hingeflüstert wird von Lippe zu Lippe.
 
Durch die sinkende Dämmerung fahren wir nach Grodno zurück. Hinter der bezwungenen /
Stadt, weit im Osten übergießt eine große Feuersbrunst die dichten Wolken mit blu
/farbenem Schein. Man hört keinen Kanonendonner. Aber wenn in der östlichen Ferne, /
bis zu der die Russen schon zurückgetrieben werden, unsere Geschütze arbeiten, sieht man an der /
Wolkendecke den Widerschein ihrer Stichflammen. Immer zucken diese Flammenbilder gegen Osten /
hin.
 
Wundervolle Nacht- und Schattenbilder an der neuen, von Scheinwerfern überleuchteten Njemen-/
brücke, die innerhalb 2er Tage entstanden ist, um den ruhelos flutenden Kolonnen/
verkehr zu erleichtern und zu Beschleunigung [recte beschleunigen]. Die blitzenden Lichtgassen im schwarzen Wasser, /
und vor diesem strahlenden, funkelnden Glanz die feinen, entzückenden schwarzen Bilder /
der Wagen und Gespanne.
 
7.September.
 
Grodno ist durchrasselt vom Nachschub des Heeres. Nur 3 Tage sind vergangen, seit Feuer /
und Tod in diesen den Gassen dieser Stadt umhertobten. Und heute scheint aller Schreck[en] und alles Grauen /
des Krieges schon vergessen zu sein. Das Leben der Stadt hat friedliche Augen, geht seinen geregelten Gang. /
Beim Anblick der Straßenbilder denkt man nur an Manövertage, alle Läden und Buden sind /
offen, zwischen Freund und Feind entwickelt sich ein lebhafter Handel, willig bezahlen unsere Feldgrauen